Bibelübersetzung auf der Wartburg

Zur damaligen Zeit wurde alles, was nicht der Kirchenlehre entsprach, als Ketzerei verurteilt. Abweichler wurden als Ketzer hingerichtet. Dieses Schicksal drohte auch Martin Luther, der mehrfach von der Obrigkeit vorgeladen und aufgerufen wurde, seine Thesen und seine Kritik am Papsttum zu widerrufen. Das tat er aber nicht. Auf dem Reichstag zu Worms (https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstag_zu_Worms_(1521)) forderte Kaiser Karl V. ihn zum Widerruf. Dabei soll er gesagt haben: 

Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.

Daraufhin wurde die Reichsacht über Martin Luther verhängt. Was nun begann, klingt wie ein Krimi. Denn die Reichsacht bedeutete: Jeder durfte den Verurteilten töten, ohne dafür belangt zu werden. Kurfürst Friedrich der Weise hielt seine schützende Hand über Martin Luther, wollte dabei aber nicht in Erscheinung treten. Er ließ ihn auf der Rückreise von Worms entführen und auf die Wartburg bei Eisenach bringen. Hier lebte er getarnt als Junker Jörg und übersetzte in wenigen Wochen das Neue Testament ins Deutsche.

Um seine Gedanken und Schriften unters Volk zu bringen, nutzte Luther alle Möglichkeiten seiner Zeit. Die Erfindung des Buchdruckes kam ihm sehr gelegen. So gelang es, in kurzer Zeit vielen Menschen Zugang zur deutschen Bibel zu verschaffen.

Friedrich der Weise

Friedrich III. – genannt der Weise – war Kurfürst von Sachsen und in der Tat klug und weise, wie sein Beiname besagt. Er verhalf Wittenberg zur Blüte. Er ließ Schloß und Schloßkirche bauen und gründete die Universität. Er war zudem ein Kunstliebhaber. Er holte Lucas Cranach als Hofmaler nach Wittenberg und verlieh diesem ein Wappen, eine geflügelte Schlange. Diese verwendete Cranach als Signatur für seine Bilder. Friedrich der Weise war ein stiller Anhänger der Reformation, der aus politischen Gründen eher im Hintergrund agierte. So sorgte er für Martin Luthers „Entführung“ auf die Wartburg, um ihn zu schützen, trat aber nicht öffentlich als Beschützer in Erscheinung.